Wenn eine KI vorsortiert, welche Anbieter ein Mensch überhaupt zu sehen bekommt, zählt nicht, wer am lautesten wirbt. Es zählt, wessen Angaben zusammenpassen. Widersprechen sich Website, Verzeichnisse und Profile, kann die KI nicht entscheiden, was stimmt – und hat keinen Grund, ausgerechnet dich zu nennen.

KI wird zur Einkaufsassistenz

dm will Anfang 2027 einen KI-Einkaufsagenten in seine App bringen: „dm-mitgedacht – dein Einkaufshelfer“. Angekündigt hat die Drogeriekette das auf ihrem Industriepartnerforum, wie Business Insider berichtet. Zum Start soll der Agent eine intelligente Einkaufsliste bieten und den Warenkorb nach Vorgaben zusammenstellen. Später soll er auf Wunsch auch selbst bestellen.

Spannender als die Funktion ist, was dm seinen Lieferanten mitgegeben hat. Marcel Rieser, bei dm unter anderem für das Onlinegeschäft zuständig, warnt: Wer schon heute Probleme mit der Pflege seiner Stammdaten habe, „droht durch Agentic Commerce in den Hintergrund zu geraten“.

Stammdaten sind im Handel die Grundangaben zu einem Produkt: Name, Inhalt, Größe, Preis, Eigenschaften. Fehlen sie oder stimmen sie nicht, kann der Agent das Produkt nicht sauber einordnen. Dann hat ein anderes Produkt die besseren Chancen.

Auch dein Unternehmen hat Stammdaten

Die Logik gilt genauso für Unternehmen, die keine Zahnpasta verkaufen. Auch eine Beratung, ein Maschinenbauer oder ein Freizeitpark hat Grundangaben, an denen eine KI es erkennt: Firmenname, Adresse, Ansprechpartner, was genau angeboten wird, für wen und in welcher Region.

Diese Angaben stehen nicht nur auf der eigenen Website. Sie stehen im Google-Unternehmensprofil, auf LinkedIn, in Branchenverzeichnissen, auf Bewertungsportalen, bei Verbänden und Partnern. Viele davon wurden vor Jahren eingetragen, von verschiedenen Leuten, und seitdem nie wieder angefasst.

Ein Mensch, der über eine alte Adresse stolpert, ruft im Zweifel an. Eine KI, die drei verschiedene Beschreibungen desselben Unternehmens findet, kann nicht nachfragen. Sie arbeitet mit dem, was zusammenpasst. Wer dabei unklar bleibt, hat schlechte Karten, überhaupt genannt zu werden.

Was wir bei uns selbst gefunden haben

Im September haben wir unsere eigenen Einträge im Netz durchgesehen. Das Ergebnis war unangenehm. Je nach Quelle standen dort verschiedene Angaben zum Gründungsjahr. Ein Netzwerk führte noch eine alte Adresse. Ein Bewertungsprofil beschrieb uns als Anbieter für Audiomarketing, verlinkt auf die Website einer Vorgängerfirma. Und im Verzeichnis einer Hochschule war unser Firmenname falsch geschrieben.

Zusammen ergeben diese unterschiedlichen Informationen ein inkonsistentes Bild. Dann kann eine KI UnitedCreation nicht eindeutig einordnen und hat wenig Grund, uns zu nennen.

Warum das jetzt drängt

KI-Agenten, die selbst einkaufen, sind keine Zukunftsmusik mehr. Visa testet seit März 2026 mit europäischen Banken, darunter Commerzbank und DZ Bank, wie Agenten Zahlungen auslösen. Seit Juli kaufen sie dabei bei echten Händlern ein. Metas Assistent Muse hatte laut Der Aktionär nach sechs Wochen mehr als zehn Millionen Nutzer in den USA und Kanada. In Deutschland wickelt beim Lieferdienst Knuspr bereits ein KI-Agent den kompletten Bestellprozess ab.

Bezahlen ist dabei nur der letzte Schritt. Die Vorauswahl passiert schon heute: immer dann, wenn jemand ChatGPT, Perplexity oder Google nach einem passenden Anbieter fragt. Auch bei Dienstleistungen, auch im Geschäftskundengeschäft.

So prüfst du deine eigene Konsistenz

Dafür brauchst du weder Budget noch Werkzeug. Nimm fünf Grundangaben:

Vergleiche sie an fünf Stellen: Website mit Impressum, Google-Unternehmensprofil, LinkedIn-Unternehmensseite, dein wichtigstes Branchenverzeichnis und ein Bewertungsportal. Notiere jede Abweichung – nicht nur falsche Angaben, auch unterschiedliche Beschreibungen deines Angebots.

Die Probe im Webinar am 20. November

Im Webinar sehen wir uns an, wonach eine KI tatsächlich auswählt. Sie bekommt einen festen Auftrag und vergleicht drei erfundene Anbieter. Vorher entscheidest du selbst, wen du beauftragen würdest. Danach legen wir beide Entscheidungen nebeneinander. Zum Schluss muss auch unsere eigene Website durch denselben Test.

Du nimmst mit, wie eine KI Anbieter vergleicht und wo sie anders entscheidet als ein Mensch, drei Schritte zur Prüfung deiner eigenen Website ohne Budget und einen Einblick, wie wir mit GoLive und RankPilot gemeinsam mit unseren Kunden daran arbeiten.

Zur Anmeldung für das Webinar am 20. November

Wenn du nicht bis dahin warten willst: Wie wir die Ursachen für fehlende Nennungen analysieren, steht auf unserer Seite zur Sichtbarkeit in KI-Antworten.

FAQ KI-Einkäufer

Was ist ein KI-Einkaufsagent? Ein KI-Agent, der im Auftrag eines Menschen Angebote sucht, vergleicht und eine Auswahl trifft. Je nach Ausbaustufe bestellt und bezahlt er auch selbst, innerhalb vorher festgelegter Grenzen.

Was sind Stammdaten bei einem Dienstleister oder Hersteller? Die Grundangaben, an denen man ein Unternehmen erkennt: Firmenname, Adresse, Ansprechperson, das Angebot, die Zielgruppe und die Region. Sie stehen auf der Website, aber auch in Profilen, Verzeichnissen und auf Bewertungsportalen.

Warum schadet es, wenn sich diese Angaben widersprechen? Eine KI kann nicht nachfragen, welche Angabe stimmt. Sie arbeitet mit dem, was zusammenpasst. Ein Unternehmen, das je nach Quelle anders beschrieben wird, ist für sie schwer einzuordnen und damit schwer zu empfehlen.

Kann ich mir einen Platz in der Auswahl einer KI kaufen? Nicht über klassische Anzeigen. Nach einem Bericht von Der Aktionär spielen gesponserte Platzierungen für einen Agenten wie Meta Muse kaum eine Rolle. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es nicht.

Wie prüfe ich, ob meine Angaben konsistent sind? Vergleiche fünf Grundangaben – Firmenname, Adresse, Angebot in einem Satz, Zielgruppe oder Region, Ansprechperson – auf Website, Google-Unternehmensprofil, LinkedIn, deinem wichtigsten Branchenverzeichnis und einem Bewertungsportal. Jede Abweichung ist ein Ansatzpunkt.

Andreas Lehnert

Andreas Lehnert

Über den Autor: Experte für generative KI im Marketing, Gründer & Geschäftsführer von UnitedCreation, Lehrbeauftragter für Markenpositionierung an der DHBW Karlsruhe.

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