Welches Tool für welchen Workflow — und warum die Antwort meist nicht Zapier ist

Workflow-Automatisierung ist das Verbinden von Apps, Datenquellen und Aktionen in automatisierten Abläufen — ohne dass jemand manuell zwischen Tools wechselt. „Lead in CRM → E-Mail an Sales → Sheet-Eintrag → Slack-Benachrichtigung" ist ein typischer Workflow. Drei Plattformen dominieren den Markt: Zapier, Make (ehemals Integromat) und n8n.

Der Wendepunkt: Die Anbieter-Marketing-Aussagen sind kein guter Entscheidungs-Hinweis. Zapier sagt „Wir sind die Nummer 1". Make sagt „10× günstiger". n8n sagt „Open Source und unabhängig". Technisch haben alle recht — aber für euren konkreten Use-Case ist einer deutlich besser geeignet als die anderen.

Aus 100+ Workflows in unserer Beratungspraxis: Die meisten Unternehmen zahlen bei Zapier zu viel, weil sie nicht realisieren, wie günstig Make und n8n sind.

Die drei Plattformen im Detail

1. Zapier — der etablierte Standard

Gegründet: 2011 · Integrationen: 5.000+ · Nutzer: über 2 Millionen

Pricing:

Tasks: Jede Aktion zählt. E-Mail senden = 1 Task. Datensatz erstellen = 1 Task. 30-Step-Workflow, 100×/Monat = 3.000 Tasks.

Stärken:

Schwächen:

Beste Wahl wenn:

2. Make (ehemals Integromat) — der Kosten-Disruptor

Gegründet: 2013 · Integrationen: 1.000+ (kleiner als Zapier, aber wachsend) · Besonderheit: task-basiert, deutlich günstiger

Pricing:

Operations: Praktisch identisch mit Tasks — Make zählt aber sparsamer. Derselbe 30-Step-Workflow, 100×/Monat = 3.000 Ops → 10–40 $/Monat.

Stärken:

Schwächen:

Beste Wahl wenn:

3. n8n — der Open-Source-Purist

Gegründet: 2019 · Open-Source + Cloud-Variante · Integrationen: 400+

Pricing (Cloud):

Executions: Eine Workflow-Ausführung = 1 Execution, egal wie viele Steps. Das macht n8n bei großen Workflows extrem günstig.

30-Step-Workflow, 100×/Monat = 100 Executions → kostenlos oder 10 €/Monat.

Stärken:

Schwächen:

Beste Wahl wenn:

Direkter Vergleich

Kriterium

Zapier

Make

n8n Cloud

Günstig bei < 5.000 Tasks/Monat

✓✓

✓✓✓

✓✓✓

Günstig bei > 50.000 Tasks/Monat

✓✓✓

✓✓✓

Einsteigerfreundlich

✓✓✓

✓✓

Technisches Know-how nötig

gering

mittel

hoch

Integrationen (Menge)

✓✓✓

✓✓

✓✓

Stabilität (SLA)

99,99 %

~99 %

~99 %

Support

✓✓✓

Komplexe Logik

✓✓

✓✓✓

Self-Hosting

nein

Enterprise

ja (Open Source)

Daten-Export

schwierig

einfach

sehr einfach

Praxis-Beispiel: derselbe Workflow, drei Preise

Workflow: Neuer Lead in CRM → E-Mail an Sales → Sheet-Eintrag → Slack-Notification

4 Steps, läuft 200×/Monat.

Tool

Abrechnung

Kosten/Monat

Zapier

4 Tasks × 200 = 800 Tasks

29 $ (Starter)

Make

4 Ops × 200 = 800 Ops

kostenlos (< 1.000)

n8n Cloud

200 Executions

kostenlos (< 5.000)

Komplexer Workflow: Lead → E-Mail-Check → Wenn Domain existiert → Sheets-Update → HubSpot-Update → Slack → Webhook zum eigenen Server

7 Steps + Conditional Logic, 500×/Monat.

Tool

Abrechnung

Kosten/Monat

Zapier

7 Tasks × 500 = 3.500 Tasks

99 $ (Professional)

Make

7 Ops × 500 = 3.500 Ops

40 $ (Pro)

n8n Cloud

500 Executions

10 $ (Starter)

Je komplexer und volumiger, desto stärker wird das n8n-Preismodell.

Die ehrliche Empfehlung

Für die erste Automation: Zapier. Schnell, zuverlässig, 29 $/Monat ist okay als Lerninvest.

Nach 3 Monaten: Audit. Wie viele Operations/Tasks laufen wirklich?

Für Enterprise mit Datenschutz-Anforderung: n8n self-hosted.

Häufige Fragen zur Workflow-Automatisierung

Wie aufwendig ist die Migration von Zapier zu Make oder n8n?

Pro Workflow je nach Komplexität: 30 Min bis 4 Stunden. Make- und n8n-Communities haben oft Migration-Templates für gängige Zapier-Zaps. Bei 5+ kritischen Workflows lohnt sich eine begleitete Migration mit Hand-Verifikation.

Welches Tool ist DSGVO-konform?

Make hat Datacenter in der EU und gilt dort als gut handhabbar. n8n self-hosted ist die strengste Variante, weil alle Daten bei euch bleiben. Zapier bietet EU-Datenresidency in höheren Plänen — DSGVO-konform machbar, aber teurer.

Welches Tool ist am besten für KI-Workflows (Claude, OpenAI, Gemini)?

n8n hat 2026 die stärkste Community und beste Templates für LLM-Workflows. Make hat brauchbare native KI-Integrationen. Zapier ist hier eher hinten — viele KI-Anwendungsfälle sind in Zapier teurer und weniger flexibel umsetzbar.

Kann ich auch ohne Tools direkt mit n8n self-hosted starten?

Ja, aber nur wenn Tech-Skills im Team vorhanden sind. Self-Hosting bedeutet Server-Setup, Monitoring, Backups, Updates. Für reine Marketing-Teams ist n8n Cloud oder Make sinnvoller. Self-Hosting lohnt sich erst ab ca. 100.000 Executions/Monat oder bei strengen Datenschutz-Anforderungen.

In der Praxis bei UC: Wir bauen mit Kunden Automatisierungs-Stacks — meist Make oder n8n als Hauptplattform, plus Claude/OpenAI über API für die intelligente Logik. Damit ergeben sich KI-Workflows zu Bruchteilen der Zapier-Kosten.

Wenn ihr wissen wollt, welche Plattform für eure Workflows am besten passt: [Buch ein Strategiegespräch über cal.eu/unitedcreation/termin-buchen](https://cal.eu/unitedcreation/termin-buchen).

LN

Louisa Neubauer

Digitale Produkte & KI Workflows, UnitedCreation GmbH

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